Konzert

Scott Matthew

Viele sehen in Scott Matthew vor allem den Leidensmann, der seinen Weltschmerz mittels Musik zu verarbeiten sucht. Das mag für viele seiner Alben stimmen, aber nun geht sein Songwriting in eine andere Richtung.

„Von allen Alben, die ich bisher geschrieben habe, ist dies das erste, in dem es nicht um die Liebe im romantischen Sinne geht. Auch wenn es eine Ahnung von Romantik darauf gibt, betrifft sie nicht mein persönliches Liebesleben. Das Album handelt von Menschen und Orten, die nichts mit meinem unmittelbaren Liebesschmerz zu tun haben.”, so Scott Matthew über sein neues Album, das den treffenden Titel "Ode To Others" (V.Ö. 20. April) tragen wird. 

Scott Matthew ging es vor allem darum, "Songs über andere Themen und aus anderer Perspektive zu schreiben. Ich habe Oden an Menschen verfasst, die ich liebe oder verehre, auch fiktive Menschen – und an Orte, die in meinem Herzen sind."

Dieser Blickwechsel spiegelt sich in den Songs unmittelbar wieder. Scott Matthew kombiniert das persönliche mit dem politischen. Mal drehen sich die Songs um geliebte Menschen, dann geht es um aktuelle politische Entwicklungen. Auch drei Coverversionen sind auf dem neuen Album enthalten und wie gut er sich darauf versteht, stellte Matthew bereits mit dem Coveralbum "Unlearned" (2013) unter Beweis.

Scott Matthew ist mittlerweile amerikanischer Staatsbürger und konsequenterweise stellt er einen Song an den Anfang seines Albums, der all jene ehrt, die sich der Politik des derzeit amtierenden US-Präsidenten entgegenstellen.

Auch musikalisch bestreit Scott Matthew neue Wege, denn gemeinsam mit seinem Partner Jürgen Stark hat er sein bislang vielschichtigtes Werk produziert. Jürgen Stark spielt nicht nur die Gitarre, sondern ist auch als Hauptarrangeur, Produzent und (Co-)Autor beteiligt.

Scott Matthew ist zu recht sehr stolz auf dieses Album. „Ich glaube, es ist eines der besten, das wir bislang aufgenommen haben, aus vielerlei Gründen.“ Die Idee, es minimalistisch zu halten, habe bei diesem Album nun nicht wirklich gegolten...Dennoch ist es nicht bombastisch geraten. Es klingt intim, obwohl es musikalisch vielschichtig ist. Und am Ende – steckt so viel Geschichte darin.“
 
Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin - Neukölln, 13.05.2018, 20:00





Tagestipp
Scott Matthew

Über die Liebe hat Singer-Songwriter Scott Matthew schon immer gesungen. Und dennoch ist sein neues Album „Ode To Others“ anders geworden. Statt sich allein an der romantischen Liebe und damit einhergehendem Kummer aufzuhängen, ist dieses Mal eine Hommage an Familie und Freunde entstanden – weitaus persönlicher und politischer als sonst, immerhin ist ein großer Teil des Songs während des amerikanischen Wahlkampfes entstanden. So lassen sich die Songs ebenfalls als Protest-Hymnen lesen.

Der begnadete Songpoet hat sich seit seinem selbstbetitelten Debut von 2008 mit seinen bisherigen fünf Solo-Alben höchsten Respekt sowohl bei Kritikern als auch bei seinen Fans erarbeitet. Er schreibt und singt vom Herbeisehnen und Verschwinden der Liebe wie kaum jemand sonst. Am 20. April 2018 wird er sein sechstes Studioalbum „Ode to Others“ (Glitterhouse) veröffentlichen. Dieses Album stellt einen Aufbruch dar – einen, der wegführt von der Idee der rein romantischen Liebe und den Enttäuschungen, die fast zwangsläufig damit verbunden sind. Stattdessen ist diese Sammlung von Songs eine Hommage an die

Liebe im weitesten Sinne. Der Familie und Freunden wird Ehre erwiesen, aber auch Menschen, die Opfer von Misshandlungen wurden, darunter Lebende wie Verstorbene. Seine australische Kindheit würdigt Scott Matthew auf seinem neuen Album ebenso, wie seine jetzige Heimatstadt New York, wo er seit mittlerweile über 15 Jahren lebt. Wie gewohnt zutiefst einfühlsam, berührend arrangiert und vorgetragen in Scotts eigenem Stil. Das ist ODE TO OTHERS.

Wer Scott Matthew live erlebt, ist seltsam ergriffen. Scott macht Leid zu Lied. Er entkleidet sein Inneres. Er lässt die Hörer teilhaben, teilnehmen, Teil von etwas Besonderem werden. Scott Matthew berührt zutiefst, die Intensität seines Gesangs ist immer greifbar.